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Thomas Duis wurde 1994 eine Professur im zentralen künstlerischen Hauptfach Klavier an der Musikhochschule Graz erteilt.
1998 folgte er dem Ruf an die Hochschule des Saarlandes für Musik und Theater nach Saarbrücken.

Studenten seiner Klasse haben Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben gewonnen, wurden Stipendiaten namhafter Stiftungen und konzertieren im In-und Ausland.


Ein ganz persönliches Bekenntnis zu meinem Werdegang 

 



"Vielleicht wollte ich nicht unbedingt Pianist werden, vielleicht war es wichtig, daß mir gelegentlich abgeraten wurde, diesen Beruf ausüben zu wollen, vielleicht gibt es auch Ungerechtigkeiten, vielleicht wäre ich besser Zahnmediziner geworden, wie ich es einmal geplant hatte...
"

 


 

Ist es als Kompliment zu erachten, immer wieder mit der denkwürdigen Aussage, man sei ein „normaler“ Mensch geblieben, konfrontiert zu werden? Ich kann damit gut leben.

Ich wurde 1958 als viertes Kind  meiner Eltern geboren, verbrachte eine schöne Kindheit, wurde aufgrund meines nicht immer beispielhaften Verhaltens  1972 für ein knappes Jahr in ein englisches Internat gesteckt. Allen jetzt ob dieser Tatsache geäußerten Mitleidsbekundungen  zum Trotz möchte ich anmerken, daß ich diese Zeit nach kurzen Anfangsschwierigkeiten sehr genossen  und auch hiervon profitiert habe.

1978 folgte das Abitur und die Frage nach dem „was nun“.
Ich hatte mir in der Jugendzeit in den Kopf gesetzt, eines Tages ein berühmter Pianist zu sein, dieser Traum schien mir realistisch, jedoch rieten mir jene, die es wissen sollten (u.a. Christoph von Dohnanyi) von einer möglichen Musikerlaufbahn ab. Das kam mir nicht ungelegen, die Idee eines „ordentlichen“ Berufs , gepaart mit der Option, das Klavierspiel als Hobby weiter zu betreiben, gefiel mir.

Der numerus clausus jedoch „verhinderte“ diese Entscheidung, die Enttäuschung hierüber jedoch wurde schnell durch das mir entgegengebrachte Wohlwollen deutscher Musikhochschulen kompensiert. Ich wollte nach München oder Freiburg und ging nach Hannover – zum Glück.

Prof. K.-H. Kämmerling gab mir soviel mit, daß ich auf fünf Kontinenten Preise erringen konnte und heute noch davon profitiere. Während der Studienzeit wurde ich u.a. Stipendiat der Deutschen Studienstiftung, des Deutschen Musikrats, konkurrierte mit und gegen einige Pianisten, die heute zu meinen Freunden zählen, fuhr zu Wettbewerben, kam in der Majorität der Fälle als Preisträger oder Gewinner zurück, und wurde engagiert, Konzerte zu spielen und Aufnahmen für Funk und/oder Tonträger zu produzieren.

Gelegentliche Zweifel am Erfolg meines Unterfangens – u.a. die immer wiederkehrende Frage, warum denn der Kollege, obwohl er weit weniger „vorzuweisen“ habe als ich , mittlerweile weit mehr und bessere Engagements bekäme – hinterließen nur kurze schmerzhafte Spuren.

Rezensionen, die mir Qualitäten  wie „auf dem Wege zur absoluten Weltspitze“, „einer der besten Deutschen Pianisten“,
„der Nachfolger von Backhaus“, bescheinigten, waren Balsam für meine Seele. Meine Eltern haben mich immer gefördert, ohne mich zu überfordern, meine Lehrer haben meine Persönlichkeit mit geprägt, mehr oder weniger bewußt Kräfte frei gesetzt, Wettbewerbe haben mir geholfen und wenn gelegentlich kein Preis erzielt wurde, so blieb zumindest die Erinnerung an eine interessante und schöne Zeit. Konzertengagements waren und sind die andere Seite meines Lebens ; sie erzeugen Energie, Motivation, gelegentlich Angst, Ehrfurcht, Respekt, Befriedigung, Befreiung und Rausch. Dank an all Diejenigen, die mir Gelegenheit gaben und geben werden, diese Gefühle auszuleben.

Vielleicht wollte ich nicht unbedingt Pianist werden, vielleicht war es wichtig, daß mir gelegentlich abgeraten wurde, diesen Beruf ausüben zu wollen, vielleicht gibt es auch Ungerechtigkeiten, vielleicht wäre ich besser Zahnmediziner geworden, wie ich es einmal geplant hatte. Vielleicht hätte ich die Chancen , die mir gegeben wurden, besser nutzen sollen , vielleicht hätte mich ein etwas schwächerer Charakter weitergebracht, vielleicht ist es gut, daß mein Jugendtraum nicht in Erfüllung ging.

Ich bin froh darüber, daß alles so ist , wie es ist, ich danke allen, die mir geholfen haben , die mich geprägt und gefördert haben, die mich engagiert haben und mich engagieren werden.

Vielleicht liegt mein persönliches Glück in dem Umstand, daß nicht das Dasein als Pianist und die hiermit verbundenen Zwänge wichtigstes Fundament meiner Existenz und meines Wohlbefindens sind, sondern mein Umfeld, sprich Familie im Besonderen, aber auch Freundeskreis. 

 
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